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„Mobilität ist mehr als eine Bewegung von A nach B!“ – Motogeragogik in der palliativen Versorgung

Aktualisiert: 4. März


(Eine motogeragogische Reise durch Deutschland. Foto: Projekt MPiA)


Am Nachmittag des 24.05.2023 fanden sich ca. 60 interessierte Gäste in der Aula der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe ein, um der Veranstaltung ‚Bewegte und Bewegende Momente schaffen! – Das Konzept der Motogeragogik als Teil multiprofessioneller Palliativversorgung im Alter‘ beizuwohnen. Außerdem nahmen etwa 10 Personen online teil. Geleitet von Prof. Dr. Michael Wendler (EvH RWL) & Dr. Yoon-Sun Huh (TU Dortmund), erhielten die Zuhörer:innen spannende Einblicke in das Arbeitsfeld der Psychomotorik und Motogeragogik, wurden über Arbeitsansätze im Zuge palliativer Versorgung aufgeklärt und hatten sogar die Möglichkeit motogeragogische Übungen selbst auszuprobieren. Bei Motogeragogik geht es darum, durch einfallsreiche und vielseitige Bewegungserfahrungen die Bewegungsfähigkeit von Menschen zu erhalten oder sogar zu verbessern und so psychosoziale Mehrwerte zu schaffen. Insbesondere alte und sehr alte Menschen können dabei von motogeragogischen Angeboten profitieren.


„Mobilität ist mehr als eine Bewegung von A nach B!“ pointierte Prof. Dr. Michael Wendler in seinem Vortrag über die Bedeutung von Bewegung in sozialen, kulturellen, therapeutischen und pflegerischen Zusammenhängen. Er erklärte, dass menschliches Erleben immer geprägt sei von Bewegung, obb durch Gestik, Mimik oder Zärtlichkeit. So basieren schon Signale für Ja oder Nein auf der Fähigkeit zur Bewegung – in jungem Alter genauso wie in höherem Alter. Um dafür zu sensibilisieren, dass jene Fähigkeit zur Bewegung im Einklang mit Entwicklungsaufgaben im Alter steht und entsprechende Ressourcen gestärkt werden können, ergänzte Dr. Yoon-Sun Huh, Sport- und Erziehungswissenschaftlerin von der TU Dortmund, den Vortrag von Prof. Dr. Wendler mit Perspektiven spezifisch auf das Thema Palliativversorgung. Sie erläuterte, dass gerade weil in der Palliativversorgung die Schaffung von Lebensqualität oft durch basale Stimulation einfach sei, Psychomotorik bzw. Motogeragogik sehr wirkungsvoll sei könnten. Solche basalen Stimulationen sind beispielsweise frische Luft, ein angenehmes Bad, gemeinsame Bewegung, Massagen oder Musik hören. Motogeragogik biete eine gelungene Möglichkeit, die Lebensthemen, die situativ zum Ausdruck kommen, im tonisch-emotionalen Dialog zu verarbeiten. Dr. Yoon Sun Huh dazu: „Ich möchte, dass Bewegung nicht nur körperliche Bewegung ist, sondern auch seelische Bewegung. So kann Bewegung auch Begegnung und Erfahrung werden und auch am Lebensende Teilhabe und Lebensqualität gewährleisten.“


Zum Abschluss der Veranstaltung führten Ann-Kathrin Krix und Annika Tönshoff (beide EvH RWL) praktische motogeragogische Übungen durch, um den Teilnehmenden Beispiele an die Hand zu geben, wie Motogeragogik in soziale Arbeitskontexte integriert werden können. Bei einer imaginären Reise durch verschiedene deutsche Regionen und Städte wurden interaktive Verknüpfungen geschaffen. Dazu zählten z.B. ein Schluck alkoholfreier Rotwein in Rheinland-Pfalz, eine angenehm duftende Handcreme in Berlin und eine lustige Bastelübung in Hamburg, die einige gefaltete Papierschiffchen zum Ergebnis hatte. Alles in allem zauberte diese motogeragogische Reise den Anwesenden das ein oder andere Lächeln aufs Gesicht und sorgte für eine heitere und lockere Atmosphäre.


Nach dieser vierten Veranstaltung steht die MPiA-Veranstaltungsreihe nun beinahe schon vor dem Abschluss. Die letzte Veranstaltung zum Thema „Hospizbegleitung für hochaltrige Menschen. Was ist Hospizbegleitung? Wer bekommt sie? Wer erbringt sie? Ehrenamtliche Sorgetätigkeit im Hospizverein“ findet am 21.06.2023 ebenfalls in der Aula der Evangelischen Hochschule RWL in Bochum statt. Alternativ wird erneut eine Online-Teilnahme möglich sein. Zur kostenlosen Anmeldung sowie allen weiteren Informationen gelangen Sie hier. Für Fragen oder Anregungen wenden Sie sich bitte an Herrn Manuel Schlifski unter schlifski@evh-bochum.de

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